LAKE

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Biografie

LAKE gehören zu den wenigen deutschen Rockbands, deren Geschichte nicht an Landesgrenzen endet. Entstanden Anfang der 1970er-Jahre zwischen Husum und Hamburg, entwickelte die Band früh einen Sound, der im damaligen Deutschland als untypisch galt: Westcoast-Rock, geprägt von ausgefeilten Arrangements, mehrstimmigem Satzgesang und einer musikalischen Eleganz, die eher an amerikanische Vorbilder erinnerte als an Kraut- oder Deutschrock.
„Uns wurde von Plattenfirmen oft gesagt: Wenn wir so etwas wollen, wenden wir uns gleich an die Amerikaner“, erinnert sich Keyboarder und Produzent Detlef Petersen.
LAKE setzten ihre Arbeit dennoch fort und entwickelten ihren Stil weiter. Der Plan ging auf – allerdings nicht sofort. LAKE spielten Clubs, Tourneen, Studio-Marathons und nahmen jede Gelegenheit wahr, ihren Sound zu schärfen. Die intensive Live-Praxis und die hohen handwerklichen Anforderungen formten den charakteristischen Bandklang, insbesondere die komplexen Chorsätze, die bald zum Markenzeichen wurden.
Mitte der 1970er gelang der Durchbruch. Das Debütalbum verkaufte sich 400.000 Mal, erreichte die Billboard-Charts und öffnete der Band die Türen für eine mehrmonatige USA-Tournee 1977. Für eine deutsche Band war dies zu jener Zeit außergewöhnlich. LAKE spielten Supportshows für internationale Größen, standen plötzlich auf Bühnen, die sonst amerikanischen Top-Acts vorbehalten waren. Sie behaupteten sich mit einem Sound, der nicht als europäische Kopie wahrgenommen wurde, sondern als eigenständig.
Im selben Jahr erhielt die Band den Deutschen Schallplattenpreis – ein Ritterschlag für eine deutsche Formation mit internationalem Anspruch. Die USA-Tour brachte der Band nicht nur Erfolg, sondern auch prägende Erfahrungen. Besonders eine Begebenheit ist bis heute tief im Gedächtnis verankert: Während der US-Tour entgingen LAKE nur knapp dem tragischen Flugzeugabsturz, bei dem Mitglieder von Lynyrd Skynyrd ums Leben kamen. Eine kurzfristig angesetzte Radio-Session in Atlanta führte dazu, dass sich die Wege der Bands trennten – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als lebensrettend erwies. Die Tour wurde fortgesetzt, doch die Erfahrung hinterließ Spuren und schärfte den Blick auf die Fragilität des Lebens.
Mitte der 1970er-Jahre formierte sich die Besetzung, die bis heute als klassischer Kern von LAKE gilt:
Detlef Petersen – Keyboards, Komposition, Produktion, Backing Vocals
Martin Tiefensee – Bass, Backing Vocals
Geoffrey Peacey – Keyboards, Backing Vocals
Alex Conti – Lead-Gitarre, Backing Vocals
Dieter Ahrendt – Schlagzeug, Percussion
James Hopkins-Harrison – Gesang († 1991)
In dieser Konstellation entstanden die drei Alben, die als Kernwerk von LAKE gelten: LAKE (1976), LAKE II (1978) und PARADISE ISLAND (1979).
Die Band bewegte sich in dieser Zeit selbstverständlich in der internationalen Rockszene. Das zweite Album LAKE II wurde in den Rockfield-Studios in Wales und auf der legendären Caribou Ranch in Colorado aufgenommen, mit Gesangsbeteiligung von Carl Wilson von den Beach BoysGroße Festivals, gemeinsame Bühnen mit Santana, Chicago, Genesis oder Queen folgten. Zeitweise wurden LAKE in der Presse als deutsche Entsprechung von Supertramp gehandelt – ein Vergleich, der weniger auf Stilkopie als auf musikalische Souveränität zielte.
Doch der Erfolg hatte seinen Preis. Dauernde Tourneen, Produktionsdruck und unterschiedliche künstlerische Vorstellungen zehrten an der Band. Ende der 1970er kam es zur Trennung der Stammbesetzung. In den folgenden Jahren gingen die Mitglieder unterschiedliche Wege. Detlef Petersen arbeitete als Film- und Fernsehkomponist, Martin Tiefensee als Kameramann und Cutter, Geoffrey Peacey als Tonmeister und Engineer. 
Sänger James Hopkins-Harrison, dessen Stimme den klassischen LAKE-Sound entscheidend geprägt hatte, verstarb 1991. Nach seinem Tod schien die Geschichte von LAKE zunächst beendet.
Nach außen – nicht nach innen.
Ab 2018 ergriff Petersen die Initiative, und begann mit Tiefensee, Peacey und Conti wieder gemeinsam zu arbeiten. Für Petersen war klar, dass die musikalische Geschichte von LAKE für ihn nicht abgeschlossen war. Von Beginn an stand fest, dass es nicht um eine nostalgische Reproduktion gehen sollte, sondern um eine Weiterführung mit heutiger Perspektive. Tiefensee bringt es auf den Punkt: „Uns war klar: Wenn, dann nur in dieser Konstellation.“
Die Arbeit am neuen Material zog sich auch durch Covid über mehrere Jahre. Sie suchten lange nach einem neuen Leadsänger, der von ihrem für Chor und einige Solo-Songs wichtigen Kollegen Ian Cussick ergänzt werden sollte. Sie wurden zunächst nicht fündig. Petersen beschreibt den Prozess nüchtern: „Ich habe an die 300 Sänger gehört. Es passte trotz Qualität erst niemand zu unseren Songs. Ein Glücksfall, dass wir endlich Rob Reynolds im englischen Harrogate entdeckten. Er mag Deutschland und passt stimmlich wie mental zu uns.“
Damit war die aktuelle Besetzung von LAKE komplett. Petersen zeichnet darüber hinaus auch für die Komposition und als Produzent des Albums verantwortlich.
Rob Reynolds – Lead and Background Vocals
Ian Cussick – Lead and Background Vocals
Alex Conti – Guitars and Background Vocals
Martin Tiefensee – Bass
Geoffrey Peacey – Organ, Clavinet, Keyboards and Background Vocals
Detlef Petersen – Piano, Wurlitzer, Akkordeon, Keyboards and Background Vocals
Für das neue Album „Four“ holte sich die Band prominente Rhythmus-Unterstützung: Kenny Aronoff, einer der renommiertesten Drummer der Rockgeschichte, spielte die Schlagzeugspuren in Los Angeles ein.
„Kenny war super vorbereitet“, erinnert sich Tiefensee. „Er machte eigene Vorschläge – und reagierte gleichzeitig sofort auf unsere Ideen.“ Aronoff schlug vor, Strophen „hinter dem Beat“ und Refrains „vor dem Beat“ zu spielen – ein Detail, das dem Album spürbare Spannung verleiht. Auf drei Songs wird Kenny vom Tour-Drummer Jan Schnoor ergänzt. 
Aufgenommen wurde „Four“ im Westwind Studio Husum, gemischt und gemastert von Josh Tyrrell in London. Musikalisch präsentiert sich das neue Album bewusst vielseitig: Groove-betonte Uptempo-Stücke stehen neben Balladen, komplexe Harmonien neben direkter Rockenergie. Das Album versteht sich nicht als Rückschau, sondern als zeitgenössisches Statement einer Band, die ihre eigene Geschichte kennt – und sich dennoch nicht von ihr begrenzen lässt.
2026 – 50 Jahre nach dem Debüt – kehren LAKE mit dem neuen Album „Four“ zurück, Konzerte sind ebenfalls in Planung. Der Fokus liegt dabei nicht auf Nostalgie, sondern auf aktueller musikalischer Präsenz. Tiefensee formuliert es so: „Wir stehen heute nicht auf der Bühne, um Geschichten von früher zu erzählen. Wir spielen Musik, die jetzt gilt.“
Oder, wie Petersen es zusammenfasst: Wenn LAKE heute arbeiten, dann nicht als nostalgisches Projekt, sondern als aktive Band.

Uli Twelker, Februar 2026

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